Koordination individueller Teihabe: Bedarfsermittlung und Leistungserbringung wie aus einer Hand (KiT)

Koordination individueller Teihabe: Bedarfsermittlung und Leistungserbringung wie aus einer Hand (KiT)

Laufzeit: 2020 bis 2025
Auftraggeber: Deutsche Rentenversicherung Bund
Mitarbeiternde: Oliva, Ehlen, Zehnle-Schmid, Arenz, Teuber, Volz

Aufgabe

Leistungen zur Teilhabe besitzen in Deutschland im internationalen Vergleich sowohl qualitativ als auch quantitativ ein vergleichsweise hohes Niveau. Es ist aber nachgewiesen, dass insbesondere Menschen, die zusätzlich zu ihren gesundheitsinduzierten Beeinträchtigungen weitere, teilweise komplexe Problemlagen in verschiedenen Teilhabebereichen aufweisen, umfassende, individuelle Reha-Strategien benötigen. Vor diesem Hintergrund wurde das Projekt KiT entwickelt, das nunmehr im Rahmen des Bundesprogramms „Innovative Wege zur Teilhabe am Arbeitsleben – rehapro“ gefördert wird. Ziel des Projekts ist die Entwicklung und umfassende Erprobung eines personen- und bedarfsorientierten Fallmanagements über Leistungs-(träger-)grenzen hinweg für Menschen mit einem komplexen gesundheitlichen Unterstützungsbedarf. Diese Versicherten erhalten innerhalb des Projekts ein auf den individuellen Bedarf abgestimmtes Fallmanagement, welches alle notwendigen Leistungen zur Teilhabe koordiniert, die berechtigten Wünsche der Versicherten berücksichtigt und die Rehabilitation für Versicherte und beteiligte Leistungserbringer transparent und planbar macht. Im Projektverlauf wird in vier Modellregionen Fallmanagement passgenau und vergleichbar in die Organisationen und Leistungsprozesse der Deutschen Rentenversicherung implementiert. Am Projekt beteiligt sind neun Rentenversicherungsträger, die das Fallmanagement umsetzen (Verbundpartner), sowie sechs Rentenversicherungsträger, die ihre Erfahrungen als Kooperationspartner in das Projekt einbringen. Die FOGS Gmbh übernimmt in KiT die Projektkoordination sowie die wissenschaftliche Begleitung in Form einer formativen und summativen Evaluation.

Umsetzung

Zeitlich gliedert sich das Projekt in drei Phasen: In Phase 1 erfolgen die notwendigen Vorbereitungen zur Umsetzung des Fallmanagements. Hierzu gehören beispielsweise die Weiterbildung von Mitarbeitenden der Rentenversicherungsträger zu Fallmanager*innen sowie die notwendigen Abstimmungen zu den Zielgruppen und Zugangswegen für das Fallmanagement. In Phase 2 wird das Fallmanagement gemäß der Zielsetzung „Leistung wie aus einer Hand“ in den vier Modellregionen auf Einzelfall-, Organisations- und Netzwerkebene umgesetzt. Die dritte Phase des Projekts umfasst die datengestützte Bewertung und Reflexion der gewählten Vorgehensweisen und erste Schritte der Verstetigung des Fallmanagements.

Zur Umsetzung des Projekts existieren verschiedene Gremien: Hierzu gehören auf regionaler Ebene die Steuerungsgruppen, die Entscheidungen für die jeweilige Modellregion treffen, sowie auf überregionaler Ebene die Koordinierungsgruppe, über die die Abstimmung zwischen den Modellregionen erfolgt und übergreifende Fragen diskutiert werden. Die Fachgruppen Curriculum, Instrumente & Dokumentation sowie Beratungspfade dienen der Erarbeitung eines Weiterbildungscurriculums, der Fallmanagementinstrumente und der Dokumentationsroutinen sowie von Beratungspfaden im Fallmanagement. Netzwerkpartner werden über sog. Beiräte in den Modellregionen in das Modellprojekt einbezogen. Die wissenschaftliche Begleitung von KiT umfasst die formative und summative Evaluation des Projekts. Hier zu werden Daten bei Versicherten bzw. Teilnehmenden des Fallmanagements, bei den Fallmanager*innen, bei Führungskräften und weiteren Mitarbeitenden der Rentenversicherungsträger sowie bei Netzwerkpartnern erhoben. Zudem findet eine Auswertung von Prozessdaten aus der Fallmanagementumsetzung statt. Die gewonnenen Daten werden mittels qualitativer und quantitativer Auswertungsmethoden in Bezug auf die vorab definierten Fragestellungen analysiert.

Ergebnisse

Entsprechend der Ziele des Modellvorhabens sollen als Ergebnis von KiT am Ende der Projektlaufzeit alle Versicherten mit entsprechendem Bedarf ein qualitativ hochwertiges Fallmanagement erhalten. Die Rentenversicherungsträger setzen dabei Fallmanagement vergleichbar um und berücksichtigen zugleich regionale Besonderheiten. Zudem arbeiten die Rentenversicherungsträger mit den im individuellen Fall relevanten Netzwerkpartnern ohne hemmende Barrieren zusammen. Als Ergebnis des Implementierungsprozesses liegen ein Curriculum für die Fallmanagementweiterbildung der Mitarbeitenden der Rentenversicherungsträger sowie Fallmanagement-Instrumente und eine Ausarbeitung zu Beratungspfaden im Fallmanagement vor. Es wurde zudem ein Manual zum Fallmanagement, das u. a. die relevanten Voraussetzungen und Prozesse des Fallmanagements beschreibt, ausgearbeitet.

Im Weiteren sollen am Projektende u.a. folgende wissenschaftliche Fragestellungen beantwortet werden:

• Welche Zugangswege ins Fallmanagement haben sich in der Praxis herausgebildet und bewährt?
• Welche Kriterien wurden entwickelt und angewandt, um die Versicherten ins Fallmanagement zuzuweisen?
• Welche Anforderungen ergeben sich in Hinblick auf die Geschäftsprozesse bei der Umsetzung von Fallmanagement?
• Welche (finanziellen und personellen) Ressourcen sowie Kompetenzen sind erforderlich, um das Fallmanagement zielführend zu realisieren?
• Welche Effekte können durch die Umsetzung des Fallmanagements festgestellt werden?