Gesunde Arbeit Hamburg – Modellprojekt in der „Lebenswelt Betrieb“

Gesunde Arbeit Hamburg – Modellprojekt in der „Lebenswelt Betrieb“

Laufzeit: von 2017 bis 2018
Auftraggeber: Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege
Mitarbeitende: Schu

Aufgabe

Auf Muskel- und Skeletterkrankungen (MSE) entfallen mehr als ein Fünftel aller AU-Tage, besonders häufig geht es dabei um Rückenschmerzen. Diese Erkrankungen führen nicht selten zum frühen Eintritt in die (Erwerbsminderungs-)Rente (12,9 % aller Rentenzugänge 2014; DRV 2015). Deshalb scheinen insbesondere mit Blick auf die älter werdende Bevölkerung innovative Konzepte geboten, gerade in besonders belasteten Berufsgruppen.

Die BGW möchte mit diesem Projekt neue Wege gehen und im Sinne des Präventionsgesetzes eine sozialversicherungsträgerübergreifende Kooperation erproben. Die BGW kooperiert dazu mit der DRV und der DAK Gesundheit. Zwischen den Sozialversicherungsträgern soll ein verbindendes Case-/Reha-Management-Verfahren zur Prävention und Rehabilitation von Rückenerkrankungen pilotiert werden. Durch primärpräventive Maßnahmen am Arbeitsplatz soll der betriebliche Arbeits- und Gesundheitsschutz für alle Beschäftigten verbessert und so Arbeitsunfähigkeits-/Ausfallzeiten reduziert werden. Wartezeiten, z.B. durch Antragsverfahren zwischen den Maßnahmen unterschiedlicher Sozialversicherungsträger, sollen entfallen und Maßnahmen passgenau aufeinander abgestimmt werden.

Das Modellvorhaben für Hamburg wird von der zuständigen Senatorin der Freien und Hansestadt Hamburg unterstützt. Da Pflege ein besonders von MSE betroffenes Arbeitsfeld ist, wird das Modellvorhaben in diesem Bereich angesiedelt: Kooperationspartner sind das Asklepios-Krankenhaus Hamburg Wandsbek und die ASB Sozialeinrichtungen.

Umsetzung

Das Projekt wird im Wesentlichen intern evaluiert, doch wurde FOGS mit qualitativen Untersuchungen beauftragt. Dabei liegt der Themenfokus auf Entwicklung und Bewertung von Schnittstellengestaltung/Kooperation der drei Leistungsträger sowie Veränderungen im Bereich betriebliches Gesundheitsmanagement.

FOGS wird an zentralen Sitzungen der Projektsteuerungsgruppe teilnehmen und Interviews und Fokusgruppen mit allen beteiligten Akteursgruppen durchführen: den Sozialversicherungsträgern, den Praxisstandorten/Kooperationspartnern (Betriebsleitungen, Präventions- und Qualitätssicherungsbeauftragte, Betriebsräte/Beschäftigte) sowie mit Arbeitsmedizin und sicherheitstechnischer Begleitung der Betriebe. In der ersten Welle geht es darum, Basisdaten zu gewinnen, die zum einen Grundlagen einer genauen Zieldefinition bieten und zum anderen die Referenzgrößen für eine spätere Ergebnismessung darstellen.