Kommunales Integrationsmanagement NRW

Kommunales Integrationsmanagement NRW

Laufzeit: von 2020 bis 2022
Auftraggeber: Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen (MKFFI)
Mitarbeitende: Schu, Martin, Singfield, Görgen

Aufgabe

Das Handlungskonzept „Kommunales Integrationsmanagement Nordrhein-Westfalen“ (KIM) fördert zur Umsetzung der Teilhabe- und Integrationsstrategie 2030 den Auf- bzw. Ausbau integrierter Steuerungskonzepte. Damit sollen die vielfältigen Angebote und Leistungen in der Integrationsarbeit innerhalb und außerhalb der Kommunalverwaltung koordiniert und einheitlich ausgerichtet werden. Mit dem KIM reagiert das Land auf die unter anderem im Nachgang der starken Fluchtmigration nach Deutschland 2015 und 2016 offensichtlich gewordenen Lücken und Handlungsbedarfe im Unterstützungssystem für eingewanderte Menschen. KIM baut auf den Erkenntnissen im Modellprojekt „Einwanderung gestalten“ (EWG) dar, in dem zwölf Standorte in Nordrhein-Westfalen dabei begleitet wurden, Unterstützungsstrukturen für geflüchtete und zugewanderte Menschen in abgestimmt arbeitenden Netzwerken zu entwickeln. Kern der Netzwerkentwicklung ist das u. a. im Modellprojekt EWG erprobte Konzept der Produktionsnetzwerke. Mit diesem Ansatz werden vor Ort Migrations- und Integrationsprozesse u. a. fallbasiert analysiert und miteinander verknüpft, um zu einer integrierten kommunalen Steuerung der örtlichen Integration von Zugewanderten zu kommen.

Im Rahmen von KIM erhalten die Kommunen in NRW Unterstützung zur Optimierung kommunaler Verwaltungsprozesse (Personal, Qualifizierung, Qualitätssicherung). Die Umsetzung ist regelhaft bei den Kommunalen Integrationszentren angesiedelt. Die bereits vorhandenen Angebote der integrationspolitischen Infrastruktur sind über Lenkungsgruppen einzubeziehen und in der Aufgabenwahrnehmung sinnvoll miteinander abzustimmen und zu verknüpfen. Das Land fördert im Rahmen von KIM drei Schwerpunkte:

•  Entwicklung kommunaler Steuerung und Koordination sowie der Aufbau von Netzwerken
•  Implementierung von Case Management
•  Unterstützung von Ausländer- und Einwanderungsbehörden

Zur Umsetzung der strategischen Steuerung auf Systemebene fördert das MKFFI Stellen für Steuerung/Koordinierung. Auf der Fallebene wird individuelles, rechtskreisübergreifendes Case Management gefördert, das unter Berücksichtigung der individuellen Lebenslagen und Bedarfe die Integration der zugewanderten Menschen unterstützt. Zugleich wird mit Case Management im Rahmen des KIM explizit die Aufgabe einer fallübergreifenden Prozesssteuerung bzw. eines Schnittstellenmanagements zwischen den Rechtskreisen SGB II, SGB III, SGB VIII, SGB XII sowie JMD, MBE, Teilhabemanagement für Geduldete sowie weiteren Leistungen und Hilfen verbunden. Individuelles Case Management und systembezogene Steuerung sollen dabei – wie beim Vorläuferprojekt EWG – im Sinne von Produktionsnetzwerken zusammenwirken, integrierter Bestandteil der Entwicklung sind zudem die hierfür mit Personalstellen geförderten Ausländer- und Einwanderungsbehörden. Sie sollen Einwanderungsmöglichkeiten ausloten und befördern.

Das Institut für Stadt- und Regionalentwicklung (ISR) der Frankfurt University of Applied Sciences und FOGS wurden mit der wissenschaftlichen Begleitung des Vorhabens beauftragt.

Umsetzung

ISR und FOGS setzen in Rahmen der wissenschaftlichen Begleitung des KIM Fortbildungen sowie die reflektierende und qualitätssichernde Begleitung der Beschäftigten in der strategischen Steuerung und Koordinierung um. Damit wird zugleich ein interkommunaler Erfahrungsaustausch realisiert. Für Qualitätssicherung und Reflexion sowie Berichterstattung werden die Entwicklungen vor Ort durch regelmäßige Befragungen erhoben. Die Kommunen können bei Bedarf jeweils zusätzlich externe Beratung hinzuziehen. Qualifizierung und Organisation von Austauschtreffen dieser externen Berater*innen gehört ebenso zu den Aufgaben der wissenschaftlichen Begleitung wie die laufende Zusammenarbeit mit dem MKFFI und die Entwicklung eines integrierten Berichtswesens für Case Management und kommunale Planung.