Besondere Hilfen für besondere Menschen im Netzwerk von Behindertenhilfe und Suchthilfe – TANDEM

Besondere Hilfen für besondere Menschen im Netzwerk von Behindertenhilfe und Suchthilfe – TANDEM

Laufzeit: von 2018 bis 2021
Auftraggeber: Bundesministerium für Gesundheit
Mitarbeitende: Schu, Kirvel

Aufgabe

Menschen mit Lernschwierigkeiten/geistiger Behinderung leben zunehmend in ambulanten Wohnformen. Ein selbstständigeres Leben führt zugleich zu mehr Möglichkeiten, psychotrope Substanzen zu erwerben und zu konsumieren. Doch wenn sich konsumbezogene Probleme oder Sucht entwickeln, sind kaum Hilfeangebote vorhanden, die dieser Zielgruppe adäquat helfen und so Teilhabechancen verbessern können. Für eine bedarfsgerechte Ausgestaltung von Hilfen ist die Vernetzung von Behinderten- und Suchthilfe notwendig. Doch sowohl die Sucht- als auch die Behindertenhilfe fühlen sich bei bestehender Missbrauchs- oder Abhängigkeitsproblematik überfordert.

Deshalb sollen nun in Trägerschaft der LWL-Koordinationsstelle Sucht in den Niederlanden bereits erprobte Konzepte auf Deutschland übertragen werden, ergänzt durch das von der Projektträgerin entwickelte selektive Suchtpräventionsprogramm „Sag Nein!“. An drei Standorten sollen gemeinsam mit Vertreter*innen aus Behinderten- und Suchthilfeeinrichtungen Vorgehen und Materialien auf die deutsche Situation angepasst, erprobt und gendergerecht weiterentwickelt werden. Zudem sollen die Vernetzung beider Hilfesysteme verbessert sowie bundesweit entsprechende Präventions-, Beratungs- und Behandlungsangebote erfasst und in einer Datenbank zugänglich gemacht werden.

Das auf drei Jahre angelegte Projekt wird vom Bundesministerium für Gesundheit gefördert und von FOGS wissenschaftlich begleitet. 

Umsetzung

FOGS wird bei der wissenschaftlichen Begleitung zunächst die Ausgangslage in den Projekteinrichtungen erheben (Struktur, Personal, Kenntnisse, Klientel und Prävalenz von suchtbezogenen Problemen und Hilfebedarfen, Netzwerke). Die Prozessevaluation wird Entwicklungsschritte und Diskussionslinien nachzeichnen und förderliche und hinderliche Bedingungen der Kooperation identifizieren. 

Schließlich werden die Ergebnisse zu evaluieren sein: Wie könnten die Instrumente und Maßnahmen auf die Situation in Deutschland und andere Hilfebereiche übertragen werden? Als wie hilfreich wird ihre Anwendung bewertet? Kommt es zu Kompetenzzuwachs in den Einrichtungen und zu mehr Kooperation? Wie wirksam sind die Maßnahmen bei Personen der Zielgruppe?

Die wissenschaftliche Begleitung wird einen Mix aus quantitativen und qualitativen Verfahren anwenden und Erfahrungen und Bewertungen aller Akteursgruppen einholen. Zu jedem zentralen Projekttreffen werden Gesprächsgruppen zu bestimmten Fragestellungen durchgeführt, Zwischenergebnisse werden im Prozess rückgemeldet sowie die Ergebnisse der abschließenden Evaluation beim Abschlussfachtag vorgestellt.