Pflegestrukturplan für den Landkreis Südliche Weinstraße

Pflegestrukturplan für den Landkreis Südliche Weinstraße

Laufzeit: von 2019 bis 2020
Auftraggeber: Kreisverwaltung Südliche Weinstraße
Mitarbeitende: Martin, Cannizzaro, Teuber

Auftrag

Gemäß des rheinland-pfälzischen Landesgesetzes zur Sicherstellung und Weiterentwicklung der pflegerischen Angebotsstruktur (LPflegeASG) soll durch FOGS – gemeinsam mit der Kreisverwaltung – ein aktueller Pflegestrukturplan für den Landkreis Südliche Weinstraße erstellt werden. Dieser setzt sich aus den Elementen „Datenreport“, „Bedarfsprognose“ sowie „Zielanpassungsprozess“ zusammen.

Umsetzung

Der Datenreport bildet die Ist-Situation der pflegerischen Versorgung ab, indem sowohl die Infra- als auch die Nutzungsstruktur der Angebote analysiert werden. Dafür wurden sowohl Daten aus der amtlichen Pflegestatistik als auch aus einer Befragung der Pflegeanbieter durch die Kreisverwaltung des Landkreises Südliche Weinstraße herangezogen. Des Weiteren wurden Daten des Zensus 2011 verwendet, um die Haushaltsstrukturen im Kreisgebiet darzustellen sowie Bevölkerungsdaten des Statistischen Landesamtes Rheinland-Pfalz, um die Bevölkerungsstruktur – insbesondere mit Blick auf die ältere Bevölkerung – abzubilden.

Im Rahmen der Prognose wurde gemäß Status quo die Inanspruchnahme der pflegerischen Versorgungsstrukturen nach Altersgruppe und Pflegesetting bis zum Jahr 2060 errechnet. Diese quantitative Berechnung der Inanspruchnahmeprognose wurde durch qualitative Interviews und Fokusgruppengespräche mit maßgeblichen Akteuren in der pflegerischen Versorgung ergänzt.

Der Zielanpassungsprozess beinhaltete zum einen die Darstellung der Umsetzung von Handlungsempfehlungen des letzten Datenreports (2018) zur Pflegestrukturplanung im Landkreis Südliche Weinstraße und zum anderen die Erarbeitung und Formulierung künftiger Maßnahmen und Ziele.

Ergebnisse

Die Analyse der pflegerischen Infrastruktur und ihrer aktuellen Inanspruchnahme im Landkreis Südliche Weinstraße hat gezeigt, dass im Kreis einerseits eine umfangreiche Versorgungslandschaft vorhanden ist und andererseits die Nachfrage nach professionellen Pflegeangeboten zugenommen hat. Die Bevölkerungsentwicklung verweist auf die wachsende Gruppe der über 80-jährigen Personen. Gemäß rechnerischer Prognose nach Status quo wird auch im Landkreis Südliche Weinstraße die Inanspruchnahme der Pflegemöglichkeiten bis zum Jahr 2060 stetig in allen Bereichen (stationäre Dauerpflege, Kurzzeitpflege, Tagespflege, ambulante Pflege und Pflegegeldbezug) ansteigen. Um den den analysierten Bedarfen (auch mit Blick auf die demografische Entwicklung) Rechnung zu tragen wurden ausgehend vom Grundsatz „ambulant vor stationär“ ein Ziel- und Maßnahmenplan entwickelt. Die abgeleiteten Ziele beziehen sich sowohl auf die Prävention, die konkrete (vor-)pflegerische Versorgungssituation und Teilhabeaspekte als auch auf die Steuerungsebene. Handlungsleitend waren dabei die Punkte: Erhalt von Selbstständigkeit und Teilhabe der älteren bzw. pflegebedürftigen Bevölkerung, Stärkung pflegender Angehöriger (durch Ausbau formeller Strukturen) sowie Alternativen zu stationärer Versorgung.

Pflegestrukturplan 2020